Generalversammlung des Ortsrates Deutschfreiburg

Am 12. März hat in Überstorf die Generalversammlung des Ortsrates Deutschfreiburg statt gefunden. Wie üblich wurde dieser Anlass mit einer Messe in der Pfarrkirche begonnen.
Die Generalversammlung wurde im Saal des neu renovierten Gasthofs „Schlüssel“ abgehalten.
Die Präsidentin der Vinzenzkonferenz Überstorf hielt in Ihrem Willkommensgruss einen Rückblick auf die langjährige Geschichte der Konferenz. Die Konferenz wurde bereits 1854 gegründet. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts beliefen sich die jährlichen Ausgaben auf ca. Fr. 900.– pro Jahr. Diese Summe wurde regelmässig für Schuhe (Holzböden / Schlorgge), Reiswellen (Wädele) und die Schulsuppe ausgegeben. Die Schulsuppe war in dieser Zeit für die Kinder von Arbeiterfamilien und Kindern mit einem langen Schulweg gedacht. Die Vinzenzkonferenz organisiert im Speziellen Seniorenferien.
Zur Generalversammlung konnte der Präsident Robert Sturny 53 Mitglieder aus 15 Konferenzen begrüssen. Insgesamt sind in 16 Konferenzen ca. 390 Mitglieder die sich regelmässig an vinzentinischen Einsätzen beteiligen.
Der Ortsrat Deutschfreiburg organisiert den Erfahrungsaustausch unter den Konferenzen, hilft soweit notwendig die Kontakte zum Zentralrat Freiburg herzustellen und vertritt den Ortsrat im Zentral- und Oberrat. Die Geschäfte im Ortsrat konnten in üblicher Form abgewickelt werden und boten in diesem Sinne einen unkomplizierten Ablauf. 
Aus dem Zentralrat Freiburg wurde berichtet, dass mehrere Gesuche die Mobilität von Bedürftigen diskutiert wurde. Mit relativ geringem Aufwand konnte so der Weg zur Arbeit ermöglicht werden und dass die Gesuchsteller mit ihrer Arbeit weiterhin unabhängig blieben.
Im letzten Traktandum berichtete Franziska Bolliger über die Arbeiten von „Cartons du Coeur“. Dieses Hilfswerk schenkt den Bedürftigen Lebensmittelpakete. Cartons du Coeur arbeitet eng mit den Vinzenzkonferenzen zusammen. Frau Bolliger bedankt sich für die tatkräftige Mitarbeit der Vinzentinerinnen und Vinzentinern. 
Nach den statuarischen Themen wurde zum Abschluss ein Imbiss in Form einer Gerstensuppe serviert. Die Einfachheit dieses gemeinsamen Essens entsprach dem vinzentinischen Geist.

 

400 Jahre vinzentinische Arbeit

In diesem Jahr konnte  die vinzentinische Familie FAMVIN ihr 400 jähriges bestehen feiern. Zu diesem Anlass wurde an der UNO in Genf eine Ausstellung eingerichtet. Damit hat die Bewegung eine gute Gelegenheit erhalten ihr stilles und unkompliziertes Wirken vorzustellen. 1617 hat Vinzenz von Paul die „Bruderschaft der Damen der christlichen Liebe“ gegründet.

Der Ursprung der Vinzenzvereine resp. Konferenz geht auf das Jahr 1833 zurück. Heute arbeiten sie in 135 Ländern der Welt. Mehr ist unter dem Link www.ssvpglobal.org zu erfahren. In der Schweiz wurde die erste Konferenz 1846 gegründet.

Delegiertenversammlung Caritas Schweiz

Delegiertenversammlung Caritas Schweiz vom Mi, 17.5.2017 in Luzern

Als Teilnehmerin an der DV ist es bereits zur Gewohnheit geworden, in Luzern an die Adligenswilerstrasse 15, dem früheren Priesterseminar aufzusteigen. Die Versammlung war dieses Jahr gut besucht.

Frau Wallimann-Bornatico führte wie gewohnt sympathisch und locker durch die Traktanden. Interessantester Schwerpunkt des statuarischen Teils ist immer der

Jahresbericht des Direktors Hugo Fasel. Darin erinnerte er zuerst an den Grundauftrag der Caritas: Menschen in Not Hilfe zu leisten und sich sozial-politisch zu engagieren gegen  Armut und Not. Er dankte vorab allen Angestellten und Engagierten im Vorstand und der Geschäftsleitung, der GPK, den Kontrollorganen, allen Mitarbeitenden in Luzern, bei den Inland-Regionalstellen und den Einsatzbereichen im Ausland.

Die Arbeit des Gesamtunternehmens war 2016 geprägt von den Problemen in Syrien und  seinen Nachbarstaaten und den Flüchtlingsströmen aus verschiedenen Ländern. Caritas kümmert sich besonders in Griechenland um syrische Familien mit Kindern und deren Unterkunft und Verpflegung.

Die Zusammenarbeit mit der DEZA verläuft erfolgreich. Die DEZA-Mittel sind nach Erarbeitung, Prüfung und beginnender Umsetzung der Auslandprogramme für die Zeit bis 2020 zugesichert worden. (14,8% der Caritas-Erträge 2016)

Die internationale Zusammenarbeit wurde in Haiti wegen den Folgen des Wirbelsturms „Matthew“ fortgesetzt. In Äthiopien  setzte sich Caritas Schweiz wegen der extremen Dürre ein. Immer deutlicher wird, dass die Entwicklungszusammenarbeit in nahezu allen Ländern des Südens auf die Auswirkungen des Klimawandels antworten muss.

Im Projektbereich „Markets for Poor“ profitiert die ländliche Bevölkerung von Tschad, Mali, Haiti und Tadschikistan von der zunehmend nachhaltigeren Landwirtschaft, verbesserten  Vermarktung der Produkte und zunehmenden Ernährungssicherheit der Landbevölkerung. Es ist nötig, dass die Caritas mit ihren Projekten in allen 19 Ländern gleich auftritt.

Im Falle  der Katastrophenhilfe ist die Zusammenarbeit mit inländischen und ausländischen Hilfswerken die notwendige Regel.

Inlandarbeit: Die Sparpolitik mehrerer Kantone und Gemeinden lässt Sozialhilfegelder kürzen, Prämienverbilligungen reduzieren und Leistungen für Familien streichen. Immer mehr Menschen suchen Sozialberatungsstellen der Caritas auf. Caritas engagiert sich gegen den Sozialabbau. Darum ist sozial-politische Arbeit sehr wichtig. Caritas-Markt, Schuldenberatung, Kleiderzentrale, KulturLegi-Karte, Restaurantkonzept „Bon Lieu“  sind ihre eröffneten Wege zu Gunsten Armutsbetroffener in der Schweiz.

Der jährlich erscheinende Sozial-Almanach und die Positionspapiere der Caritas sind geschätzte Quellen geworden, die Gründe, Entwicklungen und  Wege aus der Armut unter uns aufzeigen.

In den Bereichen Kommunikation und Marketing ist es immer wieder notwendig, die Vielfältige Arbeit der Caritas zu erklären.

Die Personalführung orientiert sich an modernen Standards.

Der Finanzplan 2017 – 2020 konnte verabschiedet werden und ermöglicht die geplante zielorientierte Weiterarbeit. Neu ist für Caritas Mitarbeitende im Ausland eine internationale Betriebshaftpflicht eingeführt worden.

Bei der Jahresrechnung wurde das ausgezeichnete Spendenergebnis erwähnt.

Zur Frage der notwendigen Reserven für das Unternehmen Caritas wurden etwa 50% einer  Jahresausgabe genannt.

Auch auf den thematischen Teil der DV konnte man wieder gespannt sein. An drei Beispielen wurde das Caritas-Engagement „Armut bekämpfen konkret“ gezeigt.

Positionspapiere: Frau Hochuli, Leiterin des Bereichs Grundlagen:
Caritas beschäftigt sich in diesem Bereich mit dem Kernauftrag, der Rolle, der zu behandelnden Themen und um die Positionierung des Einsatzes. So nimmt sie immer wieder Einfluss auf die nationale Bekämpfung gegen , um zu zeigen, wo die Schweiz mit ihrer Armutspolitik steht, resp. aktiv sein sollte. Caritas trägt ihre Botschaften ins Bundeshaus.
Caritas will führend und Expertin in Armutsfragen sein. Darum will sie mitsprechen beim Armutsprogramm des Bundes, bei der SKoS usw. Sie ist auch dabei bei der Aufarbeitung von Fakten für die politische Arbeit z.B. zu Armutsfragen mit Studien, Abklärungen zur Lage Alleinerziehender.

Positionspapiere zu folgenden Themen können bestellt oder im Internet kopiert werden:

  • Armut halbieren, den Sozialabbau korrigieren
  • Wohin steuert die Schweiz in der Asylpolitik?

  • Wohnen und Armut Alleinerziehender

  • Ziele für nachhaltige Entwicklung – Umsetzungsplan

Entwicklungspolitik: Es geht jetzt um die Umsetzung der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung, wozu sich die Schweiz 2015 bei der UNO-GV bekannt hat. 

Als Folge des mitverursachten Klimawandels muss die Schweiz auch zu mehr sozialer Gerechtigkeit in den Entwicklungsländern beitragen. Caritas schaut nach, ob die schweizerische Politik entwicklungspolitisch verträglich ist. 

Caritas setzt sich auf dem politischen Parkett gegen eine Instrumentalisierung der Armutsbekämpfung in der schweiz. Asylpolitik ein.

Internationale Zusammenarbeit: Anja Ebnöther, Leiterin dieses Bereichs
Partner bei der IZA sind einerseits die DEZA und andere Hilfsorganisationen im In- und Ausland, sowie verschiedenste Länder in denen Caritas aktiv ist. Humanitäre Hilfe wird eher kurzfristig eingesetzt, Entwicklungshilfe soll längerfristig konzipiert werden.
Die IZA engagiert sich für die Verbesserungen in den Bereichen Ernährung, Wasser, Klima, Migration, humanitäre Hilfe und Bildung. Es geht darum, Landrechte sichern zu helfen, Menschenhandel zu verhindern, menschliche Grundbedürfnisse sichern helfen usw.

Schwerpunktthema war 2016 aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise Migration. 2016 kamen etwas mehr als 27‘000 Asylanten in die Schweiz (Europa total 1,3 Mio.)

Längst nicht mit allen Herkunftsländern von Flüchtlingen besteht eine Entwicklungszusammenarbeit. Dazu gehören Eritrea, Syrien, Irak, Sri Lanka, Nigeria, Gambia, Türkei, Senegal und Algerien. Bei ihnen ist es nicht möglich, Entwicklungszusammenarbeit als „Verhandlungspfand“ für die Rücknahme von abgewiesenen Flüchtlingen abhängig zu machen. Zwei Drittel der Asylanten in der Schweiz stammen aus Ländern, mit denen keine Entwicklungszusammenarbeit besteht oder die lediglich humanitäre Hilfe erhalten. Diesen Ländern kann nicht mit dem Entzug von schweizerischen Entwicklungshilfegeldern gedroht werden.

Mit Eritrea ist eine Entwicklungszusammenarbeit nach wie vor nicht möglich.

Caritas-Märkte: Bericht von Bruno Bertschy
Dem Konzept entsprechend sollen Überschüsse verwertet,  kleine Budgets entlastet und eine Stigmatisierung Armutsbetroffener reduziert werden. Der erste Carisatt-Laden wurde 1992 eröffnet. Heute gibt es 21 Caritas-Märkte, nur für Menschen mit Bezugsberechtigungs-Karte.
Das Warenangebot hat neben vielem anderen ein garantiertes Grundsortiment.
2016 machten die Caritas-Märkte 12,1 Mio. Umsatz. 96‘000 Kunden kauften ein. Dies ergibt eine direkte Entlastung der Budgets von etwa 6.8 Mio. Franken.
Lieferanten-Partnerschaften: 2016 wurden 5‘500 Tonnen Ware angeliefert von 450 Lieferanten. Bank Raiffeisen verbilligt dauernd Butter.
Die Caritas-Märkte sind mehr als ein moderner Supermarkt: Sie ermöglichen direkte Kontakte. Die Partnerschaften bewirken zudem eine Sensibilisierung der Wirtschaft von den Armutsbetroffenen.
Im Kt. Waadt wurde ein Bus umgebaut und fährt jetzt als mobiler Caritas Markt auch in kleinere Dörfer.

Für den Bericht:  24.5.2017
Martha Daugaard, Eggersriet