|
Vinzenzvereine in Deutschfreiburg
Freiwilliger Einsatz für Bedürftige
Liebe ist Tat. Diesem Leitsatz des Patrons, des hl. Vinzenz von Paul, leben rund 350 Personen (rund 60 Prozent Frauen) in den 16 Deutschfreiburger Ortsvereinen der Vinzenzkonferenz nach. Vinzenz von Paul hat ihn vor gut 350 Jahren geprägt: Helfen und solidarisches Handeln.
Trotz der Hilfestellung von Staat und Kirchen und vielen gemeinnützigen Organisationen, haben die örtlichen Vinzenzvereine weiterhin ihre Bedeutung, besonders im Kontakt zu jenen Mitmenschen, die Bedürfnisse aufweisen, die von der öffentlichen Sozialhilfe nicht abgedeckt werden. Es geht also auch in Zukunft um praktizierte Nächstenliebe. Die Vinzenzvereine in den Pfarreien leben von der ehrenamtlichen Mitarbeit zahlreicher Freiwilliger jeden Alters, Geschlechts oder jeder Herkunft, die Ohr und Herz für die Not der Mitmenschen öffnen wollen.
Konkrete und unkomplizierte Hilfe
Die einzelnen Vinzenzvereine sind grundsätzlich unabhängig und haben in den vergangenen Jahren eine Vielfalt von karitativen und sozialen Tätigkeiten entwickelt. Beispiele sind:
- Besuchen und Begleiten von einsamen Personen, mit verschiedenen Handreichungen, Gesprächen; Fahrdiensten, insbesondere Fahrdienst beim Mittagstisch
- finanzielle Überbrückungshilfe an notleidende Familien und Einzelpersonen sowie an diverse soziale Institutionen: schnell und unbürokratisch
- Zeit und Nächstenliebe im Rahmen von Weihnachtsfeiern und Frühlingsanlässen im Alters- und Pflegeheim oder frühmorgens nach der Roratefeier im Advent
-Â Monatstreffs, Jahresversammlung und Maibummel zum Zwecke des vereinsinternen Zusammenhalts.
Landesweite Strukturen
14 Vinzenzvereine im Sensebezirk sowie je ein Verein in Gurmels und in Jaun sind im Deutschfreiburger Ortsrat vereint, der von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet wird, dem Markus Jungo, Düdingen, als Präsident vorsteht. Der Ortsrat ist in erster Linie Impulsgeber für die angeschlossenen Vinzenzvereine. Im Zentralrat des Kantons Freiburg arbeiten die verschiedenen Ortsräte zusammen. Er wird für zwei Jahre von Diakon Max Hayoz präsidiert. Markus Jungo ist seinerseits auch engagiert als Vizepräsident im Schweizerischen Oberrat.
Â
Zusammen mit der heiligen Louise von Marillac gilt der heilige Vinzenz von Paul als Begründer der neuzeitlichen Caritas. Sie werden noch heute, 350 Jahre nach ihrem Tode als Vorbilder verehrt. Rund zweihundert Jahre später liess sich Frédéric Ozanam, Professor an der Sorbonne, vom Engagement von Vinzenz von Paul anstecken und bildete von Paris aus die ersten Vinzenzkonferenzen für Studenten. Diese unabhängigen sozialen Institutionen waren im sozialen Bereich ein Motor des Katholizismus im 19. und bis weit ins 20. Jahrhundert und entwickelten sich zu einer weltweit aktiven karitativen christlichen Laiengemeinschaft.
Die älteste karitative Organisation der Schweiz
In Genf wurde 1846 die erste Vinzenzkonferenz gegründet. In kurzer Zeit bildeten sich in der Romandie und in Deutschfreiburg weitere Vereinigungen. Anfangs des 20. Jahrhunderts fasste die Vinzenzgemeinschaft in der Deutschschweiz Fuss. Heute finden wir aktive Vinzenzvereine vor allem im Tessin und in der Ost- und Nordwestschweiz. In der Zentralschweiz hat die Caritas Schweiz, eigentliche Tochter der Vinzenzgemeinschaft, diese Aufgabe inne. Die Schweizerische Vinzenzgemeinschaft ist eine der wenigen karitativen Organisationen, die ausschliesslich von der Freiwilligenarbeit lebt.
Hans Rahm, kath. Informationsbeauftragter
Das Diözesane Forum findet am 29. Mai in Neuenburg zum Thema Diakonie statt. Das Programm und das Einschreibformular wurden auf www.forum-diocesain.ch publiziert. Oder fragen Sie Ihre Seelsorger, die dazu Unterlagen erhalten haben.
|