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Herbsttagung 2011 des Oberrates der Schweizerischen Vinzenzgemeinschaft PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Schönbucher Rosmarie   
Sonntag, 02. Oktober 2011 um 13:31 Uhr

Dom_St._Gallen

 

Herbsttagung 2011 des Oberrates der Schweizerischen Vinzenzgemeinschaft

 

Der Höhepunkt dieser historischen Zusammenkunft, die vom Orts- und Zentralrat St. Gallen und Umgebung organisiert wurde, war das Gespräch mit Bischof Markus Büchel. Ihm ist innerhalb der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) das Ressort Diakonie-Hilfswerke und damit auch die Vinzenzgemeinschaft zugeteilt. Es ist lange her, dass wieder ein Bischof, als „Geistlicher Beirat", an einer Veranstaltung des Oberrates teilgenommen hat. 26 Vinzentiner/innen folgten der Einladung in die Ostschweiz und erlebten einen anregenden und erlebnisreichen Spätsommertag.

 

Diakonie - Kernpunkt im menschlichen Miteinander

 

Bischof Markus Büchel machte in einem geschichtlichen Rückblick darauf aufmerksam, dass das Kloster St. Gallen eine Urzelle der Caritas-Arbeit war. Der Klostergründer Otmar liess im Jahre 719 ausserhalb des Klosters ein Siechenhaus bauen. Es war das erste Spital in der damaligen Schweiz. Für ihn ist die Diakonie heute mehr denn je ein Kernpunkt im menschlichen Miteinander und für die Kirche zudem eine grosse Chance. Menschen kümmern sich um Mitmenschen in Ausnahmesituationen und pflegen Nächstenliebe. Er bedankte sich bei allen Vinzentiner/innen für die ehrenamtliche Arbeit im christlichen Geist. Einige Teilnehmer nutzen die Gelegenheit um dem Bischof auch brennende Fragen betreffend das Vinzenzwesen zu stellen (Kollekten für Vinzenzvereine, Erscheinungsbild, Oeffentlichkeitsarbeit, Akzeptanz).

 

Vinzenzkonferenzen (Viko's) in der Schweiz sind vielseitig tätig

Der Präsident des Oberrates, Markus Jungo, informierte über die ersten Ergebnisse der im Frühjahr durchgeführten Umfrage bei den Viko's in der Deutschschweiz und im Tessin. Die Erhebung in der Westschweiz folgt später.

Die vorläufige Auswertung zeigt auf, wie vielgestaltig und intensiv der soziale Einsatz der Vinzentiner und Vinzentinerinnen heute noch ist. Nachstehende Zahlen geben ein buntes Bild ab:

 

Aufgrund der 61 ausgewerteten Fragebogen sind rund 618 Personen regelmässig für eine Viko tätig (bei 2,6 Stunden/Woche ergibt dies ca. 35 Vollzeitstellen). Die Mitglieder von Viko's sind auf vielfältige Weise tätig:

- Besuche aller Art, Begleitung von Menschen in verschiedenen Situationen, Fahrdienste, finanzielle Unterstützung, Hilfestellung in Administration und Verwaltung usw.

- Aktivitäten in der Pfarrei: Seelsorgerat, Führen von Pfarreivereinen, Bibelgruppe, Lektoren, Organisation von Kirchenfesten usw.

- Gewährung von Einzelbeiträgen an Bedürftige (Rund 1 Mio. Franken im 2010).

 

Er erinnerte zudem an die diversen Tätigkeiten des Oberrates. Seit dem 1. Juli 2011 sind neue Statuten für den Oberrat, Musterstatuten für Vinzenzkonferenzen, Orts- und Zentralräte sowie ein Leitbild und Grundsätze der Vinzenzgemeinschaft in Kraft und stehen im Internet auf www.viko.ch zum Download zur Verfügung.

 

Führung zu vinzentinischen Orten in der Stadt St. Gallen

Am Nachmittag erlebten die Tagungsteilnehmer eine hochinteressante Stadtführung mit Frau Petra Mühlhäuser. Sie begleitete die Vinzentiner zu wichtigen Orten des karitativen Engagements und zu Stationen der Sozialgeschichte in der Stadt St. Gallen.

In der barocken Klosterkirche gibt es Aspekte der Diakonie: der heilige Franziskus - «il poverello» - am Rand des Kuppelgemäldes und die Darstellung an einem Beichtstuhl von Feuchtmeyer, wie Christus den Zöllner Zachäus vom Baum herunter zu sich winkt. Nördlich der Kathedrale steht der Folgebau (Blaues Haus / Chocolateria), des Spitals, das Abt Otmar schon 719 an dieser Stelle errichten liess. Dieses Gebäude gilt als erstes Spital auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Die Spitalgasse, der Spitalkeller und das Wappen des Heilliggeistspitals (rotes Kreuz auf weissem Grund) bei der Hausmann-Apotheke erinnern heute noch an das frühere Heiliggeistspital, das im 13. Jh. durch Bürger der Stadt gegründet wurde. Zum Heiliggeistspital gehörte das ganze Quartier im Geviert Marktgasse-Spitalgasse-Kugelgasse-Spisergasse. Neben dem Spital gab es auch ein Altersheim, ein Waisenhaus sowie ein Arbeitserziehungsheim. Im 19. Jahrhundert wurde das Spital verlegt. Das heutige Bürgerspital der Ortsbürgergemeinde beim Kantonsspital ist die Nachfolgeinstitution des alten Heiliggeistspitals.

 

Viele prachtvolle Jugendstil-Bauten prägen das Stadtbild St. Gallens und zeugen von der Stickerei-Hochblüte von 1870 bis 1930. Die Spinnereien und Webereien benötigten oft Arbeitskräfte. Besonders aus Italien kamen viele junge Fabrikarbeiterinnen. Sie wurden in Arbeiterinnenheimen untergebracht, die von Ordensschwestern geführt wurden. Aus diesen ehemaligen Mädchenheimen entstanden die heutigen Altersheime wie Mariaheim, Marthaheim etc.

 

An der Gallusstrasse 38 befindet sich noch heute die «Herberge zur Heimat». Sie bietet Menschen, welche in Not und Bedrängnis stehen, eine kostengünstige Unterkunft an. Direkt nebenan steht das «Hotel Vadian», das seinen Nettogewinn vollumfänglich der Herberge zur Heimat zur Verfügung stellt. Diese karitative Verwendung des Hotelertrages macht das Hotel für viele Gäste sympathisch.

 

 

 

 

 

 

 
 

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Viko

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Feldbergstrasse 86
4057 Basel

061 692 37 25

Fax: 061 693 44 88

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